Gesundheits- und Risikoverhalten von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung und krankheitsbedingter Einschränkung: Ergebnisse der Kinder und Jugendgesundheitsstudie (KiGGS-Welle 2)
Erscheinungsdatum
2021-02-23
Datum der Freigabe
2025-10-30
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Wissenschaftlicher Artikel Zweitveröffentlichung

Zusammenfassung
Hintergrund. Obwohl rund 10% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland mit Behinderung und/oder chronischer Erkrankung leben, wurde deren Gesundheits- und Risikoverhalten bislang nicht differenziert zwischen denjenigen mit und ohne Beeinträchtigung ausgewertet.ForschungszielZiel des Beitrags ist es, Unterschiede im Gesundheits- und Risikoverhalten zwischen 3- bis 17-Jährigen mit und ohne Beeinträchtigung in Deutschland darzustellen.Material und MethodeAnhand der Daten der KiGGS-Welle 2 (Kinder und Jugendgesundheitsstudie 2014–2017) des Robert Koch-Instituts wurden Angaben von Eltern stellvertretend für die 3- bis 10-Jährigen und Angaben von 11- bis 17-Jährigen mit/ohne Behinderung und/oder krankheitsbedingter Erkrankung ausgewertet. Als abhängige Variablen wurden das Bewegungs?, Ernährungs- und Mundgesundheitsverhalten (n=11.110) sowie der Alkohol- und Tabakkonsum (n=3060) in uni-, bi- und multivariaten Analysen herangezogen. Ergebnisse. Die 3- bis 17-Jährigen mit Beeinträchtigung trinken seltener Alkohol, weisen allerdings häufiger einen hohen Konsum zuckerhaltiger Getränke, eine niedrige Zahnputzfrequenz und eine seltenere körperliche Aktivität auf als Gleichaltrige ohne Beeinträchtigung. Auch nach Kontrolle von soziodemografischen und -ökonomischen Merkmalen bleiben diese Assoziationen für den Konsum zuckerhaltiger Getränke, den Alkoholkonsum sowie die körperliche Inaktivität bestehen. Für den Tabakkonsum zeigen sich keine Unterschiede zwischen Heranwachsenden mit und ohne Beeinträchtigung.DiskussionDie Ergebnisse legen Handlungsbedarfe zur Stärkung eines gesundheitsförderlichen Verhaltens von 3- bis 17-Jährigen mit Beeinträchtigung in den Bereichen Bewegung und Ernährung nahe. Durch verhältnis- und verhaltenspräventive Maßnahmen sollte das Gesundheitsverhalten von Kindheit an zielgruppenspezifisch gefördert werden.
Background: Although around 10% of children and adolescents in Germany live with disabilities and health-related restrictions, their health and risk behaviours have not yet been examined by disability and health-related restrictions. Research objective: This study aimed at examining differences in health and risk behaviour of 3–17 year olds with disabilities and/or health-related restrictions and those without in Germany. Materials and methods: Based on data from the German KiGGS wave 2 (2014–2017): of the Robert Koch-Institute, data from parents representing 3–10 year olds and from 11–17 year olds with/without disabilities/health-related restrictions were analysed. As dependent variables, physical activity, nutritional and oral health behaviour (n=11,110) as well as alcohol and tobacco consumption (n=3060) were used in uni-, bi- and multivariate analyses. Results: Children and adolescents with disabilities/health-related restrictions showed more frequent physical inactivity, a higher rate of consumption of beverages containing sugar, a lower tooth brushing frequency and a lower alcohol consumption than their peers. Even after controlling for sociodemographic and -economic background characteristics, these associations for alcohol consumption, the consumption of beverages containing sugar and physical inactivity maintained. There were no differences in tobacco consumption among young people with and without disabilities/health-related restrictions. Conclusions: Findings suggest that actions to strengthen health-promoting behaviour of children and adolescents with disabilities/health-related restrictions in the areas of physical inactivity and the consumption of beverages containing sugar are required. By applying behavioral and structural prevention, health behaviour should be target-group-specifically promoted in kindergarten and elementary school.
Schlagworte
Kinder und Jugendliche
Behinderungund Einschränkung durch Krankheit
Substanzmittelkonsum
Behinderungund Einschränkung durch Krankheit
Substanzmittelkonsum
Fachgebiete (DDC)
610 Medizin und Gesundheit
Identifikator
Erschienen in
Prävention und Gesundheitsförderung. Springer. 17, 1, S.67-74. DOI: 10.1007/s11553-020-00814-9
Umfang
S.67-74
Förderinformation
Gefördert aus dem Publikationsfonds der Hochschule Fulda
Einrichtung
Fachbereich Gesundheitswissenschaften
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