Gesundheitsförderung mit Geflüchteten
Erscheinungsdatum
2020-07-21
Datum der Freigabe
2025-10-30
Export Metadaten
Wissenschaftlicher Artikel Zweitveröffentlichung

Zusammenfassung
Hintergrund: Weltweit sind Millionen von Menschen aufgrund von Verfolgung, politischer Diskriminierung oder Krieg auf der Flucht. Geflüchtete gehören zu einer vulnerablen und gesundheitlich benachteiligten Bevölkerungsgruppe, die in Deutschland zugleich nur beschränkten Zugang zur medizinischen Versorgung und zu präventiven Maßnahmen hat. Sie bedarf besonderer Aufmerksamkeit in der Gesundheitsförderung. Ziel der ArbeitEs interessierte die Sicht in Deutschland lebender Geflüchteter auf ihre Erfahrungen und Bedürfnisse. Methoden: Es wurden 13 leitfadengestützte Interviews mit insgesamt 30 Geflüchteten aus Afghanistan, Irak, Somalia und Syrien geführt, die entweder in Gemeinschaftsunterkünften oder in eigenen Wohnungen leben. Interviewt wurden Familien im Gruppeninterview sowie einzeln Männer und Frauen zu ihren Erfahrungen im Alltag und auf der Flucht sowie zum Thema Gesundheit. Ergebnisse: Geflüchtete haben viel investiert, um nach Deutschland zu gelangen und investieren z.T. viele Ressourcen, um ihrem Ziel der Selbstbestimmung über ihr Leben ein Stück näher zu kommen. Ihr Aufenthaltsstatus, nicht anerkannte Qualifikationen und fehlende Arbeitschancen, die Wahrnehmung von Misstrauen, Willkür und Ausgrenzung, Sprachbarrieren, Gesundheitsbeeinträchtigungen und ein eingeschränkter Zugang zum Gesundheitssystem erschweren das Erreichen der Ziele. Schlussfolgerung: Durch den Verlust von Selbstbestimmung und Mangel an Erfahrungen zur Teilhabe an sozial anerkannten Aktivitäten im Ankunftsland kann es zu einer Abnahme an Gesundheitsressourcen kommen. Daher bedarf es einer stetigen Unterstützung der Geflüchteten, das Empfinden von Kohärenz zu erhalten oder zu entwickeln.
Schlagworte
Geflüchtete
Gesundheitsressourcen
Persönliche Autonomie
Gesundheitsressourcen
Persönliche Autonomie
Fachgebiete (DDC)
610 Medizin und Gesundheit
Identifikator
Erschienen in
Prävention und Gesundheitsförderung. Springer. 16, 2, S. 144-149. DOI: 10.1007/s11553-020-00804-x
Umfang
S. 144-149
Förderinformation
Gefördert aus dem Publikationsfonds der Hochschule Fulda
Einrichtung
Fachbereich Gesundheitswissenschaften
Link zur Veröffentlichung
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