Gesundheitsversorgung für Frauen nach häuslicher und sexualisierter Gewalt am Beispiel des Landes Hessen
Autor*in
Erscheinungsdatum
2022-11-29
Datum der Freigabe
2025-10-30
Export Metadaten
Wissenschaftlicher Artikel Zweitveröffentlichung

Zusammenfassung
Hintergrund: Häusliche und sexualisierte Gewalt stellt eine Bedrohung für die Gesundheit von Frauen dar. Seit die Istanbul-Konvention 2018 in Deutschland in Kraft trat, besteht die Anforderung einer adäquaten Gesundheitsversorgung für gewaltbetroffene Frauen. Bisher gibt es keine systematischen Übersichten zu regional bestehenden Versorgungsangeboten und -situationen im Bereich der gesundheitlichen Versorgung nach Gewalterlebnissen. Ziel der Arbeit: Es wird ein Überblick über die Versorgungsangebote und -situationen im Gesundheitsbereich sowie deren Rahmenbedingungen in Hessen gegeben sowie identifizierte Versorgungslücken aufgezeigt. Methode: Es wurden 34 Expert*inneninterviews mit Gesundheitsfachkräften in Kliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen, mit Mitarbeiter*innen von Koordinierungsstellen und Beratungsstellen sowie Frauenbeauftragten geführt. Die Interviews wurden mit der Qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Ergänzend erfolgte eine Internetrecherche nach Gesundheitsangeboten, die auf Gewalt spezialisiert sind. Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass in Hessen Angebote zur gesundheitlichen Versorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt nicht in jedem Landkreis vorhanden sind. Insbesondere im ländlichen Raum ist eine adäquate gesundheitliche Versorgung nicht gesichert, was zu ungleichen Chancen für die Betroffenen führt. Es konnten Unterschiede zwischen Angeboten, die auf Gewalt spezialisiert sind, und anderen Gesundheitseinrichtungen festgestellt werden. Während innerhalb der spezialisierten Angebote Vorgaben zu Inhalten und Abläufen existieren, ist die Versorgung in anderen Einrichtungen vom persönlichen Engagement der jeweiligen Gesundheitsfachkräfte abhängig. Schlussfolgerung: Im Sinne der Istanbul-Konvention kann in Hessen eine adäquate Gesundheitsversorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt nicht gewährleistest werden und es besteht weiterer Handlungsbedarf.
Schlagworte
Partnergewalt
Gewaltprävention
Gesundheitswesen
Gewaltprävention
Gesundheitswesen
Fachgebiete (DDC)
610 Medizin und Gesundheit
Identifikator
Erschienen in
Prävention und Gesundheitsförderung. Springer. 18, 4, S. 447 - 453. DOI: 10.1007/s11553-022-00999-1
Umfang
S. 447 - 453
Förderinformation
Gefördert aus dem Publikationsfonds der Hochschule Fulda
Einrichtung
Fachbereich Gesundheitswissenschaften
Link zur Veröffentlichung
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