Gewalt gegenüber weiblichen Fachkräften in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Umgang mit Gewalterfahrungen
Autor*in
Erscheinungsdatum
2025-10-01
Datum der Freigabe
2025-10-15
Export Metadaten
Bachelorarbeit

Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht Gewalt gegenüber weiblichen Fachkräften durch männliche Kinder und Jugendliche in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die Auswertung von vier qualitativen Interviews mit Fachkräften aus Fulda zeigen, dass sexualisierte, körperliche und verbale Übergriffe in engem Zusammenhang mit patriarchalen Strukturen, fehlendem Respekt und traditionellen Rollenbildern verbunden sind. Hierbei wird erkennbar, dass patriarchale Strukturen nicht nur das Handeln der Jugendlichen beeinflussen, sondern auch innerhalb der Institutionen und den Teams eine bedeutende Rolle spielen, wodurch Gewalt und Gewalterfahrungen individualisiert und bagatellisiert werden. Die Ergebnisse verdeutlichen nicht nur die psychische Belastung der Betroffenen, sondern auch strukturelle Defizite wie unzureichende institutionelle Unterstützung und mangelnde Schutzkonzepte. Es lässt sich festhalten, dass Gewalt gegenüber weiblichen Fachkräften nicht als individuelles Fehlverhalten, sondern als Ausdruck patriarchaler Machtverhältnisse zu verstehen ist. Die Thematisierung in Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit ist deshalb dringend notwendig.
The present study examines violence against female professionals perpetrated by male children and adolescents in open child and youth work. Drawing on four qualitative interviews with professionals from Fulda, the analysis demonstrates that sexualized, physical, and verbal assaults are closely connected to patriarchal structures, traditional gender roles, and a lack of respect. The findings reveal that patriarchal patterns not only shape the behavior of young people but also persist within institutions and team dynamics, thereby fostering the individualization and trivialization of violence and experiences of violence. The results emphasize both the psychological strain on those affected and systemic shortcomings, such as insufficient institutional support and the absence of effective safeguarding policies. Overall, the study concludes that violence against female professionals cannot be understood as individual misconduct but rather as an expression of patriarchal power relations. Consequently, addressing this issue within social work research and practice is of urgent importance.
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Einrichtung
Fachbereich Sozialwesen
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- Sozialwesen [21]
