Weiterentwicklung des Referenzrahmens „Modulare (Teil)Qualifizierung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Hauswirtschaft“ durch digitale Lehr-Lern-Formate : Expertise im Auftrag des Kompetenzzentrums „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ (PQHD) an der Hochschule Fulda
Autor*in
Erscheinungsdatum
2025-08-07
Datum der Freigabe
2025-08-07
Export Metadaten
Arbeitspapier

Zusammenfassung
Die vorliegende Expertise nimmt den Referenzrahmen „Modulare (Teil)Qualifizierung für haus-haltsnahe Dienstleistungen und Hauswirtschaft“ des Kompetenzzentrums „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ (PQHD), gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in den Blick. Dieser wurde auf Basis des arbeitsmarktpolitischen Instruments der Teilqualifizierung (TQ) im Jahr 2020 entwickelt. Mit dem Referenzrahmen hat das Kompetenzzentrum PQHD einen wichtigen Beitrag zu einer einheitlichen und anerkannten Qualifizierungsgrundlage für das Feld der haushaltsnahen Dienstleistungen (HDL) erarbeitet, der wesentlich dazu beitragen kann, dem Problem der hohen Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften im Bereich der HDL zu begegnen. Der Referenzrahmen eröffnet unterschiedliche Qualifizierungsziele: „(…) die einzelne[n] Mo-dule des Referenzrahmens [können] zur gezielten Qualifizierung von Mitarbeitenden genutzt werden. Gleichzeitig eröffnet der Referenzrahmen aber auch die Möglichkeit, nachträglich zu einem Berufsabschluss zu gelangen, da dieser die Inhalte des gesamten Ausbildungsberufes Hauswirtschafter/in abdeckt“ (Kompetenzzentrum PHQD/dgh e.V. 2020, S. 5 f.). Mit Hilfe des Referenzrahmens können Bildungsträger ihr trägereigenes Qualifizierungscurri-culum entwickeln, darauf aufbauend zielgruppenspezifische Lehr-Lern-Arrangements gestalten und so ihre Teilnehmer*innen Schritt für Schritt bei der Entwicklung der beruflichen Handlungsfähigkeit unterstützen (ebd., S. 32). Hierbei gilt es nicht nur klassische Präsenzformate in den Blick zu nehmen, sondern angesichts einer zunehmend mediatisierten bzw. digitalisierten Welt ebenso das Potenzial digitaler Lehr-Lern-Formate nutzbar zu machen. Vor diesem Hintergrund diskutiert das Kompetenzzentrum PQHD gegenwärtig die Entwicklung möglicher digitaler Lehr-Lern-Formate im „Blended Learning Format“1 für ausgewählte Module des Referenzrahmens. Die vorliegende Expertise geht demzufolge der Frage nach, welche Anforderungen an ein solches digitales Lehr-Lern-Format gestellt sind, unter besonderer Berücksichtigung der vom Re-ferenzrahmen in den Blick genommenen Zielgruppe. Hierbei handelt es sich um an- und un-gelernte Erwachsene über 25 Jahren (s. g. Geringqualifizierte), d. h. • „junge Erwachsene ohne Berufsabschluss, • Berufsrückkehrer/innen mit nicht mehr aktueller beruflicher Qualifikation nach der Fa-milienpause sowie • ältere Beschäftigte ohne Berufsabschluss oder mit einer beruflichen Qualifikation, die so lange zurückliegt, dass sie als Basis für die Beschäftigungsfähigkeit ebenfalls nicht mehr ausreicht“ (Kompetenzzentrum PHQD/dgh e. V. 2020, S. 10 f.). Die Expertise gliedert sich in drei Teile: Zunächst wird die Ausgangslage der hier in den Blick genommenen Zielgruppe bezogen auf deren Weiterbildungsbeteiligung skizziert. Aufgrund des engen Zusammenhangs werden da-bei ebenso Erkenntnisse aus der Grundbildung herangezogen. Aufseiten der Geringqualifizierten besteht in aller Regel nicht nur Entwicklungsbedarf hinsichtlich der Lese- und Schreib-kompetenz, sondern zugleich ein Bedarf bei der Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Daher werden zunächst Forschungsbefunde zur (arbeitsorientierten) Grundbildung auf Basis einer Literaturanalyse prä-sentiert. Im Zentrum der Analyse steht dabei die Frage, welche Erkenntnisse zur Weiterbildung bzw. Qualifizierung Geringqualifizierter mit Hilfe digitaler Technologien vorliegen und welche Handlungsempfehlungen auf Basis der Erkenntnisse abgeleitet werden. Im Anschluss daran werden Ergebnisse aus einer eigens für die Expertise durchgeführten Interviewstudie (explorativer Zugang) präsentiert. Im Zentrum der Expert*inneninterviews stan-den die Erfahrungen der Befragten im Umgang mit digitalen Qualifizierungsangeboten unter besonderer Berücksichtigung der o. g. Zielgruppe. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt, diskutiert und Handlungsempfehlungen formuliert.
Fachgebiete (DDC)
300 Sozialwissenschaften
Identifikator
Einrichtung
Zentrum für Ernährung, Lebensmittel und nachhaltige Versorgungssysteme (ELVe)
Link zur Veröffentlichung
