Evaluation von Qualifizierungsmaßnahmen auf Grundlage des Referenzrahmens „Modulare (Teil-) Qualifizierungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Hauswirtschaft“ : Expertise
Erscheinungsdatum
2025-08-07
Datum der Freigabe
2025-08-07
Export Metadaten
Arbeitspapier

Zusammenfassung
Der Bedarf an Arbeitskräften im Bereich haushaltsnaher Dienstleistungen steigt seit Jahren. Dies ist insbesondere auf zwei gesellschaftliche Entwicklungen zurückzuführen: Erstens gewinnt die altersbedingte Unterstützung und Betreuung im eigenen Haushalt aufgrund demografischer Veränderungen und der alternden Gesellschaft zunehmend an Relevanz. Zweitens steigt die Nachfrage auch aufgrund des Wandels familienbezogener geschlechtlicher Arbeitsteilung, da alltagsunterstützende Hilfen den Anstieg von Frauen an der (vollen) Erwerbstätigkeit befördern können. Der wachsenden Nachfrage steht aber kein entsprechendes Angebot gegenüber: Die Branche beklagt einen Mangel an geschultem Personal und ein fehlendes adäquates Bildungsangebot, während die fachlichen Anforderungen an das Personal gleichzeitig ansteigen. So werden neben Reinigungs- und Versorgungstätigkeiten zunehmend auch Kompetenzen im Bereich der persönlichen Betreuung und der wirtschaftlichen Haushaltsführung gefordert. Vor dem Hintergrund dieser Problemlagen und der Novellierung der Ausbildungsordnung für das Berufsbild Hauswirtschafter/in im Jahr 2020 hat das Kompetenzzentrum „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ (PQHD) den Referenzrahmen „Modulare (Teil-) Qualifizierung für haushaltsnahe Dienstleistungen und Hauswirtschaft“ entwickelt und im Oktober desselben Jahres veröffentlicht. Dieser dient als Grundlage für eine Unterteilung der Berufsausbildung in modulare (Teil-) Qualifizierungen und verfolgt drei Ziele: Er soll erstens dabei helfen, Qualifizierungsangebote bundesweit an einem einheitlichen Standard auszurichten und somit auch die berufliche Mobilität für Teilnehmende erhöhen. Zweitens soll er auf den Bedarf an qualifiziertem Personal seitens der Dienstleistungsunternehmen reagieren und drittens den in diesem Bereich Erwerbstätigen eine Perspektive durch Qualifikation und berufliche Weiterbildung bieten. Die vorliegende Kurzuntersuchung dient einer ersten Bestandsaufnahme zur Umsetzung des Referenzrahmens in der beruflichen Weiterbildung. Konkret wird hierbei der aktuelle Stand der Umsetzung des Referenzrahmens betrachtet und analysiert, welche Rolle er in der Entwicklung und Implementierung von (Teil-) Qualifikationen spielt und welche Bedeutung ihm in der Zusammenarbeit zwischen Bildungsträgern und relevanten Arbeitsmarktakteuren zukommt. Hierfür wurden Leitfadeninterviews mit vier Bildungsträgern geführt, die bereits erste (Teil-)Qualifizierungen auf Grundlage des Referenzrahmens durchführen bzw. dies planen. Die Bildungsträger wurden im Vorfeld der Studie vom Kompetenzzentrum PQHD ausgewählt, weil von ihnen bekannt war, dass sie modulare Qualifizierungen im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen und Hauswirtschaft anbieten bzw. dies planen. Die Interviews mit den Verantwortlichen der Bildungsträger wurden im Oktober und November 2021 geführt und dauerten jeweils ungefähr 60 Minuten. Für jedes Interview wurde ein kurzes inhaltsanalytisches Protokoll angefertigt. Darüber hinaus wurde in einem ergänzenden Arbeitsschritt ein Desk-Research durchgeführt. Hier wurden die aktuelle Angebotsstruktur modularer (Teil-) Qualifizierungen im Bereich haushaltsnahe Dienstleistungen und Hauswirtschaft sowie die Voraussetzungen der Zertifizierung nach der Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung (AZAV-Zertifizierung) und der Zulassungen zur Externenprüfung des Ausbildungsberufes Hauswirtschaft erfasst.
Fachgebiete (DDC)
300 Sozialwissenschaften
Identifikator
Einrichtung
Zentrum für Ernährung, Lebensmittel und nachhaltige Versorgungssysteme (ELVe)
Link zur Veröffentlichung
