Analyse der Strategien des Kompetenzzentrums PQHD zur Förderung von haushaltsnahen Dienstleistungen (HDL) bei der Unterstützung und Entlastung von Alleinerziehenden in Deutschland : Expertise im Auftrag des Kompetenzzentrums „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ (PQHD) an der Hochschule Fulda
Erscheinungsdatum
2025-08-07
Datum der Freigabe
2025-08-07
Export Metadaten
Arbeitspapier

Zusammenfassung
Die fortschreitende Alterung der in Deutschland lebenden Bevölkerung wird in den kommen-den Jahren zu einem massiven Rückgang des Arbeitskräfteangebots in vielen Berufen und Branchen führen. Aktuelle Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen: Ohne Zuwanderung und steigende Erwerbsquoten der Wohnbevölkerung im erwerbsfähigen Alter würde die Zahl der Personen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, bis zum Jahr 2035 um über sieben Millionen sinken (IAB-Forum, 21.11.2021). Ein Schlüssel zur wirkungsvollen Begegnung des Fachkräftemangels bzw. zur Unterstützung der Fachkräftesicherung liegt in der Erhöhung des Arbeitszeitvolumens von Frauen bzw. der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit von Müttern: das Potenzial, wenn zurzeit nicht-erwerbstätige Mütter mit Kindern unter sechs Jahren entsprechend den Arbeitswünschen aus der familienbedingten Erwerbspause mindestens in Teilzeit wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen, umfasst ein Plus von knapp 840.000 Personen, die dann am Arbeitsmarkt verfügbar wären (Prognos 2022: 2). Von den insgesamt 5,3 Mio. erwerbstätigen Müttern mit Kind unter 18 Jahren arbeiten etwa 2,5 Mio. weniger als 28 Stunden die Woche. Würden diese Mütter ihre Erwerbstätigkeit durch gute Vereinbarkeitsbedingungen allein jeweils um eine Stunde erhöhen, wären dies 2,5 Mio. Wochenstunden an zusätzlicher Arbeitszeit. Das entspricht bei einer 36-Stunden-Woche 71.000 Vollzeitäquivalenten (Ebenda). Somit gilt es, neben effektiven Strategien der Zuwanderung, vor allem auch das bisher nicht gehobene Arbeits- und Fachkräftepotential der weiblichen Hälfte der Gesellschaft zu nutzen, um die demografische Schrumpfung des Erwerbspersonenpotenzials auszugleichen. Das setzt allerdings voraus, dass die Bedingungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf ein deutlich besseres Niveau gestellt werden als heute: es braucht umfassende und qualitativ hochwertige Angebote der Kinderbetreuung unter Einschluss von Randzeiten- und Notfallbetreuung, die Förderung einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung, flexible, individuelle Arbeitsmodelle und alltagsadäquate familienpolitische Unterstützung in Form von subventionierten haushaltsnahen Dienstleistungen. Schließlich steht nach wie vor die Umset-zung der im Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung geforderten zusammenhän-genden Strategie zur Neubewertung und Aufwertung der SAHGE-Berufe1 auf der Agenda (BMFSFJ 2017). In der vorliegenden Expertise wird der Frage nachgegangen, inwieweit die vom Kompetenz-zentrum Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen (PQHD)2 entwickelten Strategien zur Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen eine stär-kere Erwerbsbeteiligung bzw. ein höheres Arbeitszeitvolumen, insbesondere in der Zielgruppe Alleinerziehender mit deutscher und nichtdeutscher Staatsbürgerschaft, ermöglichen können.
Fachgebiete (DDC)
300 Sozialwissenschaften
Identifikator
Einrichtung
Zentrum für Ernährung, Lebensmittel und nachhaltige Versorgungssysteme (ELVe)
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